So ein armer Hund…

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Unerfreuliche Hundebegegnungen.

Letzten Samstag ging ich recht spät, so gegen 23.00 Uhr, noch mal mit Nikan raus. Währenddessen hatten wir eine recht unerfreuliche Hundebegegnung und mein Nikan wurde von einem Hundehalter als „Armer Hund“ bezeichnet. Wäre es nicht schon so spät gewesen, hätte ich diesem Hundehalter alles Mögliche geheißen!

Aber, mal von vorn.

Lästiges, ruppiges und unhöfliches Anspringen einer Hündin

Wie ihr aus meinem Bericht “ Nikan im Dauerstress“ erfahren könnt, gab es für Nikan eine sehr stressige Zeit. Während dieser Zeit – und auch heute noch – trafen wir regelmäßig auf einen Hundehalter mit seiner
Schäferhund-Mischlings-Hündin. Sie war und ist auch aktuell stets unangeleint. Diese Hündin hat damals den Stresslevel bei Nikan ins Uferlose getrieben! Als besagte Hündin unseren Nikan sah, spurtete sie in einem Affentempo zu uns. Ohne abzubremsen, sprang sie an ihm hoch und ließ nicht mehr von ihm ab. Der Hundehalter lachte nur und sagte zu mir, seine Hündin sei komplett verliebt in meinen Nikan.

Mag natürlich sein, doch unser Nikan fand das gar nicht lustig? Er war zwar höflich und knurrte sie nicht an, jedoch versuchte er, vor ihr zu fliehen. Nachdem er aber an der Leine war (dies geschah häufig am Hammerweiher, der an der Hauptverkehrsstraße liegt) konnte er nicht fliehen. Seine Reaktion war dann stets eine Übersprungshandlung, indem er an mir hochsprang. Offensichtlich hatte diese Hündin von Rückruf oder Ähnlichem noch nie etwas gehört, denn eines Tages spurtete sie sogar über die viel befahrene Verkehrsstraße, als sie uns auf der gegenüberliegenden Straßenseite erblickte. Um ein Haar wäre sie von einem Auto erfasst worden. Natürlich war der Hundebesitzer geschockt, doch wiederum hörte ich nur: „Mein Gott, wie verliebt ist meine “ in ihren Nikan! Na toll! Gewissermaßen lobt er sie auch noch dafür!

Meine Bitte an den Hundehalter

Meine damalige Hundetrainerin sagte mir, als es um das Thema „Kontakt zu anderen Hunden“ ging, wir Menschen finden auch nicht jeden gleich sympathisch, dem wir begegnen. Und wenn ich das mal mit der Schäferhündin vergleiche, dann habe ich folgendes Bild vor meinen Augen: Mir begegnet ein junger, sympathischer Mann. Ich finde ihn so sympathisch, dass ich ohne Vorwarnung auf ihn zu rennen, ihn stürmisch umarme und nicht mehr von ihm loslasse. Na, der würde sich aber bedanken!

Nachdem ich letztes Jahr Probleme mit Nikan hatte – siehe Bericht „Nikan im Dauerstress“ – hatte ich den Hundehalter gebeten, er möge doch bitte verhindern, dass seine Hündin bei jeder Begegnung meinen Nikan anspringt! Ich erklärte ihm, dass Nikan, einmal bedingt durch seine Rasse sehr reserviert sei und er aufgrund meiner falschen Interpretation immer mehr in Stress geraten ist. Sprich, Nikan mag es einfach nicht, von anderen Hunden angesprungen zu werden! Er will nicht grundsätzlich zu jedem Hund Kontakt aufnehmen, schon gar nicht zu solch einer nervigen und angriffslustigen Hündin!

Hundesprache lesen, ist das A und O!

Ich hatte es ihm angesehen, er verstand mich nicht wirklich. Denn von „Hunde lesen lernen und Hundesprache“ hatte er offensichtlich noch nie etwas gehört. Zudem war deutlich erkennbar, dass seine Hündin bisher keine gute Erziehung genossen hatte.

Meine Bitte war ihm jedoch ziemlich egal, denn er führte seine Hündin weiterhin ohne Leine aus. Nur, wenn er uns rechtzeitig erblickte und dabei gleichzeitig noch seine Hündin zu fassen bekam, ging es für uns ohne ruppigen Angriff aus.

Wenn das Fass überläuft!

Aufgrund meiner neuen Erkenntnis über den Sozialkontakt der Hunde, meines stetigen Lernens der Hundesprache haben wir endlich wieder seit über einem Jahr ruhige und gelassene Spaziergänge. Natürlich auch mit Ausnahmen. Je nachdem, wie Nikan aufgelegt ist. Aber, ich bin mehr als zufrieden!

Doch vor ein paar Monaten begegneten wir erneut dieser Schäferhündin und ihrem Hundehalter. Natürlich wieder mal – ihr wisst es bereits – spurtete sie auf Nikan los, bespringt ihn und nervt ihn mit ihrem „blöden“, meiner Meinung nach „für einen Hund untypischen“ Verhalten! Nikan war so genervt, dass er – das hatte er schon sehr lange nicht mehr gemacht – in eine Übersprungshandlung geriet und an mir hochsprang. Dabei hat er unabsichtlich mit seinen Krallen ein Loch in mein neues T-Shirt gerissen. Leute, dieses Mal bin ich ausgerastet! Was habe ich geflucht, und der Hundehalter war baff! Seinen erstaunten und eingeschüchterten Blick hättet ihr sehen sollen! Von da an schlich er ohne zu grüßen an Nikan und mir vorbei. Na endlich! So dachte ich…

Nächtliche Begegnung am Samstag

Wie ich eingangs bereits erwähnte, machten Nikan und ich unsere Abendrunde am Samstag entlang am Hammerweiher. Nichts Böses ahnend, schoss plötzlich aus dem Dunkeln, besagte Schäferhündin auf Nikan zu. Wie immer schlugen alle normalen Abwehrversuche fehl ( Stoppzeichen mit den Händen, lautes Stopp rufen und mehr). Es interessierte die Hündin nicht die Bohne. Endlich tauchte der Hundehalter auf und als er mich mit Nikan sah, gelang es ihm nach mehreren Versuchen dann doch noch, seine Hündin zurückzurufen. Und wisst ihr, was er dabei seiner Hündin laut zurief? Komm zu mir, das ist ein ganz, ganz armer Hund! So ein armer Hund.

Leute, ich sag’s euch. Mit großer Mühe hielt ich meinen Mund, denn ich wollte die Menschen in den umliegenden Häusern nicht wecken bzw. neugierig machen. Ich war kurz vor dem Explodieren.
Warum soll Nikan ein armer Hund sein? Weil er keine Lust hat, sich mit solch einer nervenden Hündin befassen zu müssen? Weil es rassespezifisch normal ist, dass er eher reserviert gegenüber anderen Hunden ist und er großteils keine Kontakte mag?

Das nächste Mal, wenn ich ihn treffe, und dessen bin ich mir sicher, nehme ich keine Rücksicht mehr auf evtl. Ruhestörung oder Ähnliches! Vor allem werden wir dann mal sehen, wer hier der „arme Hund“ ist, wenn ich seiner Hündin einen Fußtritt verpasse! Denn anders scheint es weder er noch seine Hündin zu kapieren! Wie soll ich mich ansonsten gegen solch eine verrückte Hündin und dessen unfähigen Hundehalter wehren können?

Menschen, die nichts von Hundeerziehung, Regeln, Hundesprache und Co. wissen, sollten lieber keine Hunde halten.